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12.900 Arbeitsunfälle auf niedersächsischen Baustellen

Mehr Arbeitsschutz-Kontrollenim Landkreis Northeim gefordert


Northeim, 21.10.2018, 07:25 Uhr
Gefahr im Verzug – und keiner schaut hin: Behörden kontrollieren im Landkreis
Northeim nur selten, ob Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden. Das kritisiert
die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). In Niedersachsen standen 200.000 Betrieben
zuletzt lediglich 638 Arbeitsinspekteure bei der Gewerbeaufsicht gegenüber. Das
geht aus einer aktuellen Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische
Anfrage der Grünen hervor. „Firmen müssen praktisch nur alle paar Jahre mit einer
Kontrolle rechnen – wenn überhaupt. Allein im Kreis Northeim haben wir mehr als
3.300 Betriebe“, sagt IG BAU-Bezirksvorsitzender Torsten Witt.
Angesichts dieser Zahlen überrasche es kaum, wenn es mancher mit der
Arbeitssicherheit nicht so genau nehme, so der Gewerkschafter. Doch gerade auf
dem Bau könne das fatale Folgen haben. Nach Angaben der Gesetzlichen
Unfallversicherung kam es auf niedersächsischen Baustellen im vergangenen Jahr
zu rund 12.900 Arbeitsunfällen – fünf von ihnen endeten tödlich.
Mit dem aktuellen Bau-Boom könnte das Unfallrisiko sogar steigen, warnt die IG BAU
Niedersachsen-Süd. „Volle Auftragsbücher und das Arbeiten unter Zeitdruck führen
allzu oft dazu, dass auf Schutzmaßnahmen verzichtet wird“, so Witt. Immer wieder
beobachte er, wie Bauarbeiter ungesichert auf Gerüsten balancierten. Der fehlende
Sicherheitsabstand zu Baggern und Kränen erhöhe die Unfallgefahr ebenfalls
drastisch. „Dabei ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, für den Schutz seiner
Beschäftigten zu sorgen. Tut er das nicht, macht er sich strafbar“, betont Witt
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