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Mehr Kontrollen auf Baustellen im Kreis Northeim gefordert

Braunschweiger Zoll: Baufirmen
brachten Staat um 2,2 Millionen Euro
IG BAU legt Bilanz für erstes Halbjahr 2018 vor
Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei auf der Spur: Beamte des Zolls sollen die
107 Bauunternehmen im Landkreis Northeim noch häufiger auf illegale
Machenschaften überprüfen. Das hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Blick
auf neue Zahlen des Bundesfinanzministeriums gefordert. Danach deckten
Kontrolleure bei Firmen im Bereich des Hauptzollamts Braunschweig in den ersten
sechs Monaten dieses Jahres einen Schaden von 4,3 Millionen Euro wegen nicht
gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Ein Großteil des Betrugs betraf das
Baugewerbe: Allein in der Baubranche entgingen dem Staat 2,2 Millionen Euro.
Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische
Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor. Für
Torsten Witt von der IG BAU Niedersachsen-Süd steht fest: „Die Bauwirtschaft bleibt
im Branchenvergleich ein Hotspot krimineller Energie.“ Insbesondere Beschäftigte
aus Osteuropa würden häufig um den Lohn gebracht, der ihnen zustehe. Am Ende
komme das den Steuerzahler teuer zu stehen. „Bei Schwarzarbeit und
Mindestlohnverstößen geht dem Staat richtig Geld verloren: Steuern und
Sozialabgaben – also Beiträge, die der Renten-, Kranken-, Pflege- und
Arbeitslosenversicherung fehlen“, macht Witt deutlich.
Schwarze Schafe gebe es immer wieder. Die Zöllner müssten daher auch Baustellen
im Kreis Northeim stärker in den Blick nehmen, so der Gewerkschafter. Die IG BAU
fordert bundesweit mindestens 10.000 Beamte für die Finanzkontrolle Schwarzarbeit
beim Zoll. Zuletzt hatte die Einheit lediglich rund 7.200 Mitarbeiter.
Nach Angaben des Finanzministeriums kontrollierte das Hauptzollamt Braunschweig
in seinem gesamten Zuständigkeitsbereich im ersten Halbjahr insgesamt
585 Arbeitgeber – zwei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Unter
ihnen waren 154 Baufirmen. In deren Branche verhängten die Zöllner Bußgelder in
Höhe von 99.000 Euro und leiteten 23 Ermittlungsverfahren ein.

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