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IG BAU begrüßt Jobzuschüsse für 1.450 Langzeitarbeitslose

Kreis Northeim: 6,9 Mio. Euro
gegen Dauer-Arbeitslosigkeit
Endlich wieder ein richtiger Job: Im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit bekommt
der Landkreis Northeim zusätzliche 6,9 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt.
Damit werden bis zum Jahr 2022 insbesondere Lohnzuschüsse für Unternehmen
bezahlt, die Langzeitarbeitslose regulär anstellen. Das teilt die IG Bauen-Agrar-Umwelt
mit. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen aus dem
Bundesarbeitsministerium. Demnach erhalten die Jobcenter in ganz Niedersachsen im
Rahmen des „Teilhabechancengesetzes“ 459 Millionen Euro zur Förderung von
Langzeitarbeitslosen.
IG BAU-Bezirksvorsitzender Torsten Witt spricht von einem überfälligen „Kraftakt am
Arbeitsmarkt“. Die Bundesmittel könnten dafür sorgen, einen großen Teil der
Menschen, die oft seit Jahren ohne Job sind, in „Lohn und Brot“ zu bringen. Nach
Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es im Kreis Northeim aktuell rund
1.450 Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl ging zwar in den vergangenen zehn Jahren um
33 Prozent zurück – „ist aber mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt immer noch
viel zu hoch“, so die IG BAU.
Die Gewerkschaft begrüßt insbesondere, dass sich die Zuschüsse an Tariflöhnen statt
nur am Mindestlohn orientieren. „Langzeitarbeitslose werden nicht als Arbeitnehmer
zweiter Klasse behandelt. Wenn im Betrieb ein Tarifvertrag gilt, dann werden auch sie
nach Tarif bezahlt und nicht mit dem Mindestlohn von aktuell 9,19 Euro pro Stunde
abgespeist“, betont Witt.
Ein drängendes Problem in Branchen, die von körperlich harter Arbeit geprägt sind,
bleibe aber weiter ungelöst: In der Langzeitarbeitslosigkeit landen nach Beobachtung
der IG BAU auch viele Beschäftigte, die zu krank für eine vollschichtige Arbeit, zu
gesund für die Erwerbsminderungsrente oder zu jung für die Altersrente sind.
Es sei nicht einzusehen, warum langjährig Beschäftigte mit körperlichen
Einschränkungen erst in die Arbeitslosigkeit gehen müssten, bevor der Staat
Lohnkostenzuschüsse gewähre, so Witt. „Besser wäre es, ihre Kompetenz im Betrieb
zu halten und die Einsatzmöglichkeiten im Betrieb flexibel zu fördern. Eine passende
Lösung ist das von der IG BAU vorgeschlagene Altersflexi-Geld, das jetzt schnell
angepackt werden muss.“
Um Langzeitarbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, sei es zudem nötig, deutlich mehr
für die Qualifizierung zu tun, so der Gewerkschafter. „Wer seit Jahren arbeitslos ist,
muss erst einmal fit gemacht werden, um im Arbeitsalltag klarzukommen. Dabei ist die
technische Entwicklung rasant. Auf dem Bau waren Smartphones und Tablets noch
vor ein paar Jahren eine Seltenheit – heute ist der souveräne Umgang damit häufig ein
Muss.“
Das seit Januar geltende Teilhabechancengesetz sieht Lohnzuschüsse für
Langzeitarbeitslose für die Dauer von bis zu fünf Jahren vor. Für Menschen, die mehr
als sechs Jahre lang arbeitslos waren, übernimmt das Jobcenter die Lohnkosten über
drei Jahre voll. Bei Arbeitslosen, die mindestens zwei Jahre ohne Job waren, liegt der
Zuschuss für Unternehmen bei 75 Prozent im ersten und 50 Prozent im zweiten Jahr.
Weitere Infos gibt es im Netz auf der Seite des Bundesarbeitsministeriums:
www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Sozialer-Arbeitsmarkt/sozialer-arbeitsmarkt

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