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Braunschweiger Zoll kontrollierte182 Baufirmen im ersten Halbjahr

Schwarzen Schafen das Handwerk legen: Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf
dem Bau fordert die Gewerkschaft IG BAU mehr Zoll-Kontrollen im Kreis Northeim.
Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil
der 104 Baufirmen im Landkreis ins Visier der Beamten, kritisiert Torsten Witt.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Süd verweist auf eine aktuelle
Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS). Im gesamten Bereich des
Hauptzollamts Braunschweig wurden demnach zwischen Januar und Juni
182 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund
5,6 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus
einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin
Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor.
„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen
Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafter Witt. Leidtragende seien nicht nur geprellte
Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen. Denn wer
die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die
Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je größer die
Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger
von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und Lohn-Drückerei.“
Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und ein einheitliches
Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in der Branche,
so die Gewerkschaft. Ihre Einhaltung wird ebenfalls vom Zoll kontrolliert
Nach Informationen der IG BAU stattete der Braunschweiger Zoll im ersten Halbjahr
insgesamt 748 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und
Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Kontrollen
um 27,9 Prozent.

Besuche des Zolls auf der Baustelle enden oft mit Ermittlungsverfahren und Bußgeldern. Mit Blick auf
das Ausmaß von Schwarzarbeit und Lohn-Prellerei fordert die IG BAU noch mehr Kontrollen in der
Branche.

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